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Dein Hund ist, was er frisst

"Schnell dem Hund noch sein Futter geben. Der muss ja auch nach all der Beschäftigung richtig Hunger haben."
Aber was gibst Du Deinem Hund da eigentlich? Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Inhaltsstoffe das Futter für Deinen Hund enthält und wie es ihn beeinflussen kann?
Um es vorweg zu nehmen: Ich füttere meine eigenen Hunde seit Jahren mit rohem Fleisch, hochwertigen Ölen, püriertem Gemüse und Kräutern. Man nennt diese Form der Ernährung BARF (Biologisch artgerechte Rohfütterung). Meinen eigenen Hunden tut dieses Futter sehr gut. Beide Hündinnen (13 und vier Jahre) sind fit und gesund.
Selbstverständlich muss man sich jedoch zuvor informieren, wenn man das Futter seines Hundes selbst zusammenstellen will, denn man muss die Rationen vernünftig zusammensetzen. Nur Hähnchenbrust zu füttern wäre zum Beispiel ein Fehler, da das sehr einseitig ist. Letztlich muss man den Hund so ernähren, wie er ursprünglich auch gefressen hat: Man muss also das ganze Beutetier verfüttern! Der Hund braucht nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Innereien, Knochen und so weiter. Das hört sich jetzt aber doch wieder recht kompliziert an, oder? Kann man da nicht viel falsch machen und dem Hund am Ende mehr schaden?
Ein Vorteil der Rohfütterung ist, dass diese sehr individuell auf die Bedürfnisse des Hundes angepasst werden kann. Der Mensch weiß genau, was er dem Hund füttert, welche Zusätze er gibt, und kann so Nahrungsbestandteile, die ein Hund nicht verträgt, schnell ausschließen.
Im vergangenen Jahr hatte die damals zweijährige Labradorhündin Eila stets und ständig Verdauungsprobleme, trotz hochwertigen Trockenfutters. Nach einer Vielzahl an Änderungen und Versuchen empfahl ich meiner Kundin, Eila auf die Rohernährung umzustellen. Zu Beginn hatte Eilas Halterin viele Zweifel, denn sie befürchtete, Fehler zu machen, daher unterstützte ich sie mit einem Futterplan. Nach kurzer Zeit schon hatte Eila keinerlei Durchfälle mehr. Die Labradorhündin ist seitdem auch viel ausgeglichener und entspannter geworden. Kein Wunder, denn ständiger Durchfall bedeutet nicht nur für den Körper großen Stress. Eine gute Ernährung beim Hund entspricht also der des Menschen: möglichst frische Lebensmittel, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse.

 

Ernährung und Verhalten

Hunde gibt es seit ca. 15000 Jahren. Fertigfutter seit ein paar Jahrzehnten. Wie konnte die Spezies Hund überleben, ohne mit Fertigfutter ernährt zu werden? Es ist kein Hexenwerk eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit für den Hund zusammenzustellen. Doch man muss sich natürlich zuvor ein wenig über das Thema Hundeernährung informieren. Viele Prozesse, die im Körper des Hundes ablaufen, sind mit denen beim Menschen vergleichbar, aber eben nicht alle. So muss man zum Beispiel wissen, dass Hunde Nährstoffe aus Pflanzen nur dann verwerten können, wenn die Pflanzenzellen zuvor „zerstört“ wurden, denn ihr Darm ist zu kurz, um pflanzliche Nahrung ausreichend aufzuspalten und zu verwerten. Diese muss also erhitzt oder püriert werden, ansonsten ist sie mehr Füllstoff. Mittlerweile gibt es vielseitige Angebote zum Thema Hundeernährung, durch die man sich das Wissen zur richtigen und vollwertigen Nahrungszusammensetzung des Vierbeiners aneignen kann. Hilfe bieten auch Ernährungsspezialisten, die insbesondere bei einer Umstellung des Futters oder gesundheitlichen, aber auch verhaltensbedingten Problemen unterstützen. Denn die Fütterung kann auch weitere Auswirkungen haben.
Im Herbst 2019 kam die neun Jahre alte Magyar Vizsla Hündin Zsömi zu mir ins Training, da sie abends im Dunkeln starke Unsicherheiten zeigte. Neben der Frage nach bisherigen Erlebnissen, dem Umgang der Menschen mit ihr in solchen Situationen sowie bisher durchgeführtem Training gehörte zu meiner umfangreichen Anamnese auch die Frage nach den Wohngegebenheiten wie Liegeplätzen, und letztlich auch nach der Fütterung. Zsömi bekam ein Trockenfutter, das hauptsächlich aus Maisstärke und Federn bestand. Kann dies wirklich gut sein? Das Futter dieser Hündin haben wir, neben einem begleitenden Training, auf ihre individuellen Bedürfnisse umgestellt. Etwa drei Monate später berichtete mir die Kundin, dass die Begegnungen mit Mülltonnen oder fremden Hunden im Dunkeln für ihre Hündin gar nicht mehr so schrecklich waren. Kann die Ernährung an einer solchen Verhaltensveränderung wirklich einen so großen Anteil haben?

 

Was die meisten Hunde essen

Bereits vor etwa 2400 Jahren sagte der berühmteste Arzt des Altertums Hippokrates von Kos: „Eure Nahrungsmittel sollen Heilmittel - und eure Heilmittel sollen Nahrungsmittel sein.“
In dieser alten Weisheit liegt auch heute noch viel Wahres, sowohl für den Menschen, als auch für den Hund. Doch wie sieht das in Bezug darauf bei den heute erhältlichen Futtermitteln für Hunde aus?
Die meisten Hunde werden hierzulande seit vielen Jahren mit Trockenfutter ernährt, da diese Art der Fütterung einfach sehr praktisch ist. Man kann eine große Menge an Futter lagern, ohne dass man es kühlen oder einfrieren muss. Man kann es überall mit hinnehmen, für das Training des Hundes nutzen und braucht sich keine Gedanken über eine individuelle Zusammensetzung machen, denn die meisten Trockenfutter sind Alleinfuttermittel, decken also den Nährstoffbedarf des Hundes komplett ab. Damit gibt es Mangelerscheinungen aufgrund von Fehlernährung eher selten. Doch wissen wir eigentlich, was in dem Futter unserer Hunde wirklich enthalten ist? Die wenigsten Menschen beschäftigen sich intensiver mit den Inhaltsstoffen des Trockenfutters, das sie ihrem Hund füttern. Sie lesen zum Beispiel nur „mit Lamm und Reis“, und denken, dass ihr Liebling damit Lammfleisch als tierische Proteinquelle bekommt. Würden sie genauer hinschauen, könnten sie unter Umständen feststellen, dass zum Beispiel auch Hühnerfett oder Produkte anderer Tiere verwendet wurden. Dies ist laut Gesetz auch erlaubt, denn solange ein Futter 4 Prozent (!!!) einer Tierart enthält, darf die Geschmackssorte dementsprechend bezeichnet werden. Man muss also wirklich genau hinschauen, und muss sich auch einiges über die Etikettierung von Hundefutter anlesen, um den Inhalt eines Futters wirklich bewerten zu können.

Der Hund ist biologisch betrachtet ein Raubtier (Carnivora). Übersetzt man den Begriff Carnivora eins zu eins, bedeutet er „Fleischschlinger“ (carnes (lat.) = Fleisch, vorare (lat.) = verschlingen). Schaut man sich die Zutatenliste vieler Trockenfuttersorten an, ist ausgerechnet Fleisch jedoch nur in geringem Anteil enthalten. Meistens stehen Getreide, Kartoffeln, Mais und ähnliches an erster Stelle. Denn auch das verrät uns das Etikett: Die einzelnen Zutaten sind bezüglich der Reihenfolge anteilig ihrer Menge aufgelistet. Aber Achtung, nur weil Fleisch zum Beispiel weiter vorne in der Liste steht als Mais, heißt das nicht, dass es den größten Bestandteil des Futters ausmacht. Nutzt der Hersteller die Möglichkeit der offenen Deklaration, werden alle Zutaten einzeln aufgezählt, zum Beispiel also Maismehl und Mais. Zusammengerechnet kann daher also durchaus mehr Mais als Fleisch im Futter sein! Diese zuletzt genannten Nahrungsmittel beinhalten viele Kohlenhydrate. Doch wie passt dies zur Theorie, der Hund sei ein reiner Fleischfresser?

 

Geschichte der Hundeernährung

Mittlerweile weiß man, dass Enzyme, die für die Spaltung und Umwandlung von Stärke benötigt werden, beim Hund in deutlich größerer Anzahl vorkommen als beim Wolf. Das führt dazu, dass Hunde Kohlenhydrate im Gegensatz zum Wolf tatsächlich verwerten können, wie das sonst nur bei Pflanzenfressern oder Allesfressern vorkommt. Daher rechnet man Hunde mittlerweile auch eher zu den „Omnivoren“, also den „Allesfressern“. Man darf daher den Begriff der „Karnivoren“, also der Fleischfresser, nicht einfach so mit der Säugetierordnung der Raubtiere „Carnivora“ gleichsetzen. Nicht alle Carnivora sind Fleischfresser und nicht alle Fleischfresser gehören der Ordnung der Carnivora an. Bären, die ja den Raubtieren, also der Ordnung der Carnivora zugeordnet werden, fressen zum Beispiel vorwiegend pflanzliche Nahrung und gehören damit zu den Allesfressern, fleischfressende Pflanzen, obwohl sie ja eindeutig zu den Karnivoren gehören, dagegen natürlich nicht. Auch zahlreiche Fische (zum Beispiel Haie), Vögel (Greifvögel) und Spinnentiere sind ähnlich einzuordnen.
Betrachtet man die Entwicklung des Hundes im Laufe der Domestizierung ist diese Tatsache auch nicht verwunderlich. Fleisch war früher ein teures Luxusgut, das selbst bei Menschen nur sehr selten auf dem Speiseplan stand. Hunde wurden häufig mit Speiseresten ernährt, und bekamen Fleisch daher, wenn überhaupt, nur in Form von Fleischabfällen, die für die menschliche Ernährung nicht mehr zu gebrauchen waren. Das sogenannte „Hundebrot“ wurde aus Getreideabfällen der Mühlen hergestellt, Arbeitshunde wurden hauptsächlich mit Weizen-, Roggen- oder Gerstenbrot, das getrocknet in Stücken (zur Zahnreinigung) sowie als Brotsuppe (mit Wasser eingeweicht sowie manchmal mit Molke abgekocht, selten auch mit Schlachtabfällen versehen) gefüttert wurde. Der Hund musste sich im Laufe der Domestizierung also nicht nur in Bezug auf das Verhalten, sondern auch, was die Ernährung und damit Verdauung betraf, deutlich vom Wolf weg entwickeln.
Eine Ernährung des Hundes hauptsächlich mit Fleisch, also mit viel Protein und Eiweiß, kam erst in den letzten Jahrzehnten auf, seitdem Fleisch ein Billigprodukt und im Übermaß vorhanden war. In dieser Zeit wurden Kohlenhydrate im Hundefutter (übrigens auch bei der menschlichen Ernährung, in den sogenannten Low- Carb-Diäten) dann regelrecht verteufelt. Doch was stimmt nun? Soll man Hunden Kohlenhydrate füttern oder nicht?
Dazu muss man erst einmal klären, was Kohlenhydrate eigentlich sind. Kohlenhydrate (Saccharide) bestehen aus Zuckermolekülen. Sie werden im Körper, genauer gesagt im Magen-Darm-Trakt, zu Glucose umgewandelt und dann vom Körper als Energie genutzt, die schnell verfügbar ist. Von den drei Ernährungsbestandteilen sind sie die am schnellsten verfügbare Energiequelle, was viele Hundesportler schon lange ausnutzen, indem sie ihren Hunden während eines Prüfungstages Möhrensaft geben, um die Konzentration des Hundes aufrecht zu erhalten. Schlittenhundesportler greifen sogar auf speziell hergestellte Energiebooster zum Beispiel aus Maltodextrin zurück. Insbesondere das Gehirn braucht Glukose, daher werden kohlenhydrathaltige Lebensmittel mitunter auch als „Nervennahrung“ bezeichnet. Und schaut man sich an, was heutzutage der ganz normale Familienhund leisten muss, wird schnell klar, dass die Anforderungen hoch sind: Morgens mit Frauchen durch den Park joggen, dabei brav an der Leine laufen und andere Hunde ignorieren, mittags mit den Kindern durch den Garten toben oder ruhig warten, während Frauchen Besuch hat oder der Handwerker da ist, und abends dann in die Hundeschule zum Aglity, Obedience oder Mantrailen. Der Hund braucht also nicht nur Energie für dynamische Aktivitäten, sondern muss sich auch ständig konzentrieren, sich zurücknehmen, seine Impulse kontrollieren. Vor allem die Impulskontrolle steht bei Hundetrainern häufig ganz oben auf der Trainingsliste, doch gerade hierfür ist eben auch eine entsprechende Nahrungsgrundlage notwendig. Damit ein Hund sich überhaupt konzentrieren kann, muss zudem die Grundenergieversorgung sichergestellt sein. Der Tipp, den Hund vor einer Prüfung nicht zu füttern, damit er motivierter mitarbeitet, ist genau aus diesem Grund nicht selten nach hinten los gegangen: Der Hund ist unkonzentriert, macht Fehler, die man sonst gar nicht von ihm kennt. Natürlich soll ein Hund – genauso wie der Mensch – nicht mit vollem Bauch extrem belastet werden, doch ein kleines Frühstück, das Energie für den Tag gibt, ist auch beim Hund durchaus sinnvoll.

 

Wichtige Nährstoffe

Damit wird deutlich, dass insbesondere für Hunde mit einem erhöhten Energiebedarf wie Leistungs-/Arbeitshunden, aber auch für trächtige und säugende Hündinnen, Kohlenhydrate wichtige Energielieferanten sein können. Aber Kohlenhydrate fördern andererseits auch Entzündungsprozesse. Eine kohlenhydratarme Ernährung führt daher bei Gelenksentzündungen häufig zu Verbesserungen. Auch Tumoren wachsen durch eine kohlenhydratreiche Ernährung schneller, so dass an Krebs erkrankte Hunde ebenfalls von einer Ernährung mit wenigen Kohlenhydraten profitieren. Dies gilt genauso für an Diabetes erkrankte Hunde. 
Selbstverständlich brauchen insbesondere Hunde, die durch extreme Arbeit, eine Krankheit oder durch Trächtigkeit oder das Säugen von Welpen stark beansprucht werden, aber nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch mehr Proteine als der ganz normale Familienhund, allein schon, um die Körpersubstanz zu erhalten.

Doch in Bezug auf die Fütterung von Protein ist nicht nur die Gesamtmenge entscheidend, sondern auch die Zusammensetzung. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Aminosäure Tryptophan, welche die biosynthetische Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin ist. Das wird im Volksmund oft als „Glückshormon“ bezeichnet, da es zu Ausgeglichenheit und positiver Stimmung führt. Ein Mangel kann zu Depression und aggressiveren Reaktionen auf Reize führen, auch die Konzentrationsfähigkeit und Impulskontrolle wird negativ beeinflusst. Daher ist die Fütterung tryptonphanhaltiger Lebensmittel wie zum Beispiel Lammfleisch von Vorteil, denn als essentielle Aminosäure kann der Hund Tryptophan nicht selbst herstellen. Doch nicht etwa die absolute Menge an Tryptophan ist entscheidend, sondern die relative. Füttert man viel Fleisch, steigt zwar auch der Anteil an Tryptophan, aber eben auch der Anteil anderer Aminosäuren, die zusammen mit Tryptophan um das gleiche Transportsystem durch die Blut-Hirn-Schranke konkurrieren. Das hat damit eine verminderte Aufnahme von Tryptophan zur Folge, also genau das Gegenteil, was man erreichen wollte!
Sowohl Kohlenhydrate als auch Fett spielen eine Rolle, wenn es darum geht, ausreichende Mengen des „Glückshormons“ zu produzieren. Durch die Aufnahme von Kohlenhydraten wird der Insulinspiegel erhöht, die übrigen Aminosäuren werden vermehrt in die Muskelzellen transportiert, sodass mehr Tryptophan ins Gehirn transportiert und dann zu Serotonin umgewandelt werden kann.
Tryptophan ist zwar auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, aber Mais ist beispielsweise eher tryptophanarm. Eine vermehrte Fütterung kann daher zu einem niedrigen Serotoninspiegel führen, der bei unsicheren, gestressten Hunden problematisch werden kann.
Doch auch andere Nährstoffe spielen gerade in Bezug auf das Verhalten eine entscheidende Rolle: Um eine ausreichende Synthese von Serotonin zu erreichen, benötigt der Hund die Vitamine B3 und B6 sowie Magnesium. Aus tierischen Quellen können Hunde Vitamin B3 am besten verwerten, doch auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln ist es enthalten. Ein Vitamin-B-Mangel kann dabei auch zu Konzentrationsschwächen und Angstzuständen sowie Nervenkrankheiten führen. Magnesium beeinflusst zudem die Produktion von Stresshormonen und macht Entspannung überhaupt erst möglich. Genauso wichtig sind auch die Katecholamine, wie zum Beispiel Dopamin, das auch als „Selbstbelohnungsdroge“ bezeichnet wird, und bei so genannten Balljunkies eine Rolle spielt. Doch Dopaminmangel führt unter anderem zu Konzentrationsschwierigkeiten sowie Leistungsabfall. Für die Herstellung von Dopamin braucht es unter anderem die nicht essentielle Aminosäure Tyrosin, die in fast allen Proteinen enthalten ist. Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel enthalten dagegen kaum Tyrosin.

 

Kräuter und Gemüse als Heilmittel

Schon nach diesem kurzen Exkurs wird klar, wie kompliziert die Zusammenhänge sind, und dass es ein reines „für“ oder „wider“ in Bezug auf die Gestaltung der Fütterung des Hundes nicht gibt.
Und nicht nur die Menge an Protein ist entscheidend, auch die Qualität spielt eine Rolle. Billiges Fleisch besteht zu einem hohen Anteil aus bindegewebereichem Schlachtabfall, Knorpel und Sehnen, das vom Hund nicht gut verdaut und verwertet werden kann.
Oft werden Antibiotika bei Entzündungsprozessen, die durch Bakterien verursacht werden, wie zum Beispiel bei einer Mandel-, Blasen- oder Hautentzündung, verabreicht. Übersetzt man Anti-Biotikum ins Deutsche – heißt das „Gegen das Leben“. Es werden nicht nur schlechte Bakterien abgetötet, sondern auch die wichtigen und guten, welche für die Verdauung und den Stoffwechsel nötig sind. Daher ist es generell äußerst wichtig, dass die Darmflora intakt ist. Im Darm stecken ca. 80 Prozent der Immunzellen. Der Darm kommuniziert mit dem Hirn und meldet, wenn etwas nicht stimmt. Nach einer erfolgten (und je nach Erkrankung auch wichtigen) Antibiotika-Behandlung sollte daher immer ein Pro-Biotikum verabreicht werden, wodurch die Darmflora wieder aufgebaut wird.

Ein mittlerweile ziemlich bekannter Geheimtipp ist die Moro'sche Möhrensuppe, die nach dem österreichischen Kinderarzt Professor Dr. Ernst Moro (1874 – 1951) benannt wurde, der sie im Jahr 1908 als Hausmittel gegen Durchfall bei Kindern eingesetzt hat. Durch das lange Kochen der Möhren bilden sich so genannte Oligogalakturonsäuren, die wirksam gegen Bakterien sind, die Durchfall verursachen. Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist die Möhrensuppe hilfreich.

Rezept:
• 500 Gramm Möhren
• 1 Liter Wasser
• Etwas Salz
• Eine Stunde lang kochen

(Mehr dazu HIER)

Als äußerst hilfreich hat sich aber auch der Einsatz spezieller Kräuter erwiesen. Ich persönlich liebe besonders die Brennnessel oder den Löwenzahn.
Die Brennnessel enthält viele verschiedene Substanzen, unter anderem Histamine und Flavonoide, die abschwellend, entzündungshemmend und antiallergisch wirken. Ich selbst habe Heuschnupfen. Seit einigen Jahren mache ich mir genau in der Frühlingszeit täglich einen Brennnessel-Smoothie oder -Tee. Seitdem habe ich meine Allergie ziemlich gut im Griff. Die Brennnessel ist eines der nährstoffreichsten Kräuter überhaupt und kann dem Hund gern regelmäßig gegeben werden. Die Blätter sollte man allerdings gut pürieren, damit der Hund sie optimal verwerten kann und sie beim Fressen nicht so brennen.
Auch der Löwenzahn ist ein echtes Wunderkraut, welches nicht nur bei Krankheit heilt, sondern regelmäßig verabreicht auch die Gesundheit bewahrt und schützt. Besonders hervorzuheben ist der positive Einfluss des Löwenzahns auf sämtliche Organe, die an der Verdauung beteiligt sind. So steigert Löwenzahn die Magensaftsekretion, wirkt appetitanregend und ist außerdem krampflösend. Seine Bitterstoffe, vor allem Taraxin und Cholin, wirken positiv auf Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse. Der Bitterstoff Taraxin gilt als harntreibend. Er reinigt den Körper auf diese Weise von Giftstoffen und unterstützt dabei die Niere. Zudem versorgt er den Organismus gleichzeitig mit wichtigen Mineralstoffen, insbesondere mit Kalium. Cholin ist unter anderem für den Abtransport von Fettmolekülen aus der Leber wichtig. Es kann aber auch die Verwertung von Cholesterin verbessern und somit einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut ausgleichen. Noch dazu wird Cholin in Acetylcholin, kurz ACh, umgewandelt. ACh ist ein wichtiger Transmitter im zentralen Nervensystem. Viele kognitive Prozesse sind an Acetylcholin als Botenstoff gebunden. Ein Mangel an ACh kann zum Beispiel Demenz auslösen. Also könnte man sagen, Löwenzahn macht schlau. Aber auch bei unreiner Haut und Juckreiz, Hüftgelenksdysplasie, Arthritis und Arthose ist der Löwenzahn ein gutes Heilkraut.

Fazit: Was kann Ernährung?

Nahrung beeinflusst die Funktionalität des Hirns. Und das Gehirn steuert das Verhalten unserer Hunde.
Aber – das Zaubermittel ist Ernährung auch nicht. Zur Hundeerziehung gehören immer auch artgerechte Beschäftigung und Auslastung sowie konsequente Erziehung und Strukturen. Die richtige Ernährung kann dabei aber auf jeden Fall unterstützend wirken.