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Rassekunde

Der Afghanische Windhund, kurz Afghane, ist eine der ursprünglichsten Windhunderassen aus dem Hochland des Hindukusch. Die Vorfahren dieser Hunde wurden in ihrer Heimat bereits seit Jahrtausenden als Jagd- und Wachhunde eingesetzt.

Als schnelle Sichtjäger kamen sie vor allem bei der Hetzjagd zum Einsatz. Sie jagten dabei alles vom Kaninchen, über die Gazelle bis zur Raubkatze. Sie hatten insofern eine hohe Bedeutung für die Menschen und ihr Erfolg bei der Jagd war in der kargen Landschaft überlebenswichtig. Es entstanden drei optisch unterschiedliche Typen: Der glatthaarige Luchak, der ebenfalls glatthaarige Kalagh mit langen Haaren an Beinen und Ohren und der Bakhmull mit langem seidigem Haar.

Aufgrund der großen Bedeutung der Hunde für die Bevölkerung ist es nicht verwunderlich, dass ein Exportverbot für die Afghanischen Windhunde bestand. Doch ein britischer Offizier schmuggelte um 1890 die ersten Windhunde aus Afghanistan nach Großbritannien. Anfang des 20. Jahrhunderts begann dort die moderne Zucht Afghanischer Windhunde. 1961 wurde der Afghanische Windhund offiziell von der FCI anerkannt. Und noch ein besonderes geschichtliches Detail: Der 2005 erstmals von südkoreanischen Forschern geklonte Hund war ein Afghanischer Windhund.

Laut Rassestandard sind Hündinnen 63 bis 69 cm groß und Rüden 68 bis 74 cm. Afghanen haben langes und seidiges Fell, nur am Fang, auf dem Rücken und an der Oberseite der Rute ist es kurz. Es sind alle Farben erlaubt. Die Ohren sind lang und hängend. Der Körperbau ist schlank und muskulös.

Mit der zunehmenden Beliebtheit der Rasse ging auch eine Veränderung des Standards einher. Der ursprüngliche Jagdhund wurde mehr und mehr zum Ausstellungshund. Das Fell wurde voluminöser und war somit beim schnellen Hetzen – mittlerweile auf der Rennbahn – eher hinderlich. Bis heute haben sich, je nach Einsatzbereich (Begleithund, Ausstellungshund oder Sporthund), unterschiedliche Zuchtlinien entwickelt. Im Bereich der Zucht für Ausstellungen werden seit einigen Jahren auch viele kritische Stimmen laut, die bei Hunden mit besonders üppigem und bis zum Boden reichendem Fell, das ein normales Laufen so gut wie unmöglich macht, zurecht den Begriff der Qualzucht ins Gespräch bringen.

Afghanische Windhunde sind ausdauernd, zäh und aufgrund des ursprünglichen Aufgabenbereichs sehr selbstständig, was die Erziehung durchaus anspruchsvoll macht. Geduld und Konsequenz sind daher sehr wichtig. Zuhause in den eigenen vier Wänden sind Afghanen zwar eher ruhig und unaufdringlich und Fremden gegenüber zurückhaltend, aber draußen sind sie immer noch jagdlich extrem motiviert. Rassekenner betonen, dass Freilauf außerhalb eines eingezäunten Geländes kaum möglich ist. Trotzdem müssen die Hetzjäger ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach schnellem Laufen ausleben können. Ihre Menschen sollten das kontrolliert auf speziellen Rennbahnen und Auslaufstellen ermöglichen. Viele sportliche Hunde lieben auch das Laufen am Fahrrad oder natürlich auch das Hetzen an der Reizangel. Bestenfalls von Welpe an sollte aber auch Impulskontrolle bei sich bewegenden Reizen trainiert werden.

Gesundheitlich ist die Afghanenmyelopathie zu beachten. Es handelt sich dabei um eine vermutlich erblich bedingte Erkrankung des Hals- und Brustmarks. Sie tritt meist bereits im ersten Lebensjahr auf und führt innerhalb weniger Wochen zu einer kompletten Lähmung der Gliedmaßen. Seriöse Züchter schließen die Krankheit durch vorherige Untersuchungen aus der Zucht aus.

Gesunde Afghanische Windhunde können ein Alter von 12 bis 14 Jahren erreichen.

 

Artikel meiner Kollegin Heike Kleinhans (<link bielefeld-guetersloh/ _blank>DOGS Hundeschule Bielefeld/Gütersloh</link>)