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Problemverhalten "Nahrungsmittel stehlen"

brauner Hund im Wohnzimmer am Tisch

DOGS Tipp erstellt von Andrea Buisman

Wenn Hunde Nahrungsmittel klauen, kann dies für den Hund auch schnell lebensgefährlich werden, da einige Lebensmittel, die für den menschlichen Verzehr unbedenklich sind, sich für Hunde nicht eignen. 

 

So sind für einen Hund bereits 20 Gramm Zartbitterschokolade je Kilogramm Körpergewicht aufgrund des in Schokolade enthaltenen Wirkstoffs Theobromin tödlich. Hunde stehlen Nahrungsmittel aus den unterschiedlichsten Gründen, dazu gehören z.B. die folgenden: Der Hund hat gelernt, dass er durch dieses Verhalten Aufmerksamkeit von seinem Menschen bekommt. Er stiehlt also nicht, um das primäre Hungerbedürfnis zu stillen, sondern um damit den Menschen zu manipulieren. Der Hund hat nicht gelernt, dass Nahrungsmittel, die herumliegen, nicht automatisch ihm gehören.

Handelt es sich um Aufmerksamkeit heischendes Verhalten, ignorieren Sie es nach Möglichkeit einfach, wenn Ihr Hund Nahrungsmittel ergattert hat und frisst. Jede Reaktion von Ihnen wird Ihren Hund in seinem Handeln bestärken. Selbst wenn Sie schimpfen, Sie haben zumindest reagiert. Und da es Ihrem Hund gar nicht wirklich um das Fressen, sondern um Ihre Aufmerksamkeit ging, hat er sogar dann sein Ziel erreicht, wenn Sie sauer auf ihn sind und ihn korrigieren. Reagieren Sie aber gar nicht, erfährt Ihr Hund keine Bestätigung und wird das Interesse an diesem Verhalten verlieren. Ignorieren geht natürlich nicht bei Nahrungsmitteln, die für Ihren Hund giftig sind, diese müssen Sie ihm dann z.B. mit dem Signal „Aus“ abnehmen bzw. mit „Schluss“ das weitere Fressen unterbinden.

Aus Hundesicht ist es ganz eindeutig: Hat jemand etwas zu essen und beansprucht es auch für sich, gehört es ihm. Steht er aber auf und lässt die Nahrung liegen, gibt er diese damit für die Allgemeinheit frei. Jeder, der die Nahrung findet, darf diese nun seinerseits für sich beanspruchen und fressen. Hunde können zwar lernen, dass Menschen Nahrung auch dann für sich beanspruchen, wenn Sie nicht in unmittelbarer Nähe sind. Verlassen Sie jedoch den Wohnbereich komplett, gehen vielleicht sogar aus dem Haus, wird Ihr Hund nicht verstehen, dass er dennoch nicht an Ihr Essen darf. Vielleicht haben Sie ja Glück und Ihr Hund hält sich trotzdem an Ihre Regeln? Dann freuen Sie sich, denn in dem Fall hat Ihr Hund z.B. generalisiert, dass er Futter immer nur auf Ihr Signal aufnehmen darf, auch wenn Sie nicht anwesend sind. Gerade Hunde, welche sehr futterbezogen sind, werden eine solche Generalisierung jedoch nur schwer erlernen.

Der erste und wichtigste Trainingsschritt bei diesem Problem ist daher erst einmal zu verhindern, dass Ihr Hund weiterhin Nahrung stehlen kann. Lebensmittel müssen immer weggeräumt und sicher verschlossen sein. Unterschätzen Sie dabei nicht die Kreativität und Intelligenz von Hunden, die auf Futtersuche sind. Im Handumdrehen hat Ihr Hund sich selbst beigebracht, Türen zu öffnen, Schubladen aufzuziehen oder Verschlüsse an Futtertonnen zu bedienen. Schließen Sie Türen daher ab oder verwenden Sie einen Drehknauf anstelle einer Türklinke. Entfernen Sie Griffe von Schubladen und nutzen Sie nur wirklich fest verschließbare Behältnisse wie z.B. Futtertonnen. Räumen Sie Nahrungsmittel immer sofort weg, denn jedes Mal, wenn Ihr Hund wieder Erfolg hatte, wird dadurch auch das Verhalten an sich, also das Futter stehlen, bestärkt, es ist selbstbelohnend!

Ausführliche Informationen zu vielen möglichen Problemen mit dem Hund sowie deren Ursachen und Lösungsansätze finden Sie im Buch „Problem gelöst mit Martin Rütter“.