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Regeln für den Hund

Anerkannte Regeln sind in jeder gelingenden Beziehung und für jedes gesellschaftliche Beisammensein wichtig, auch wenn sie nicht immer explizit ausformuliert wurden. Sie schaffen einen Rahmen für Vertrauen.

Wenn wir an Regeln denken, sind es oft Verbote, die als erstes in den Sinn kommen. Jedenfalls nennen Hundebesitzer auf die Frage, welche Regeln für ihren Hund zuhause gelten, an dieser Stelle gerne, dass der Hund nicht auf die Couch darf, nicht ins Bett darf, nicht in die Küche darf, etc.

Gebote wie 'der Hund soll auf seine Decke gehen, wenn der Paketdienst kommt' sind da kaum zu hören. Am ehesten gibt es da noch das Ritual 'wenn wir vom Gassigehen nachhause kommen, setzt er sich schon automatisch auf die Türmatte und wartet bis ich seine Pfoten geputzt habe'.

Regeln in der Form von Geboten aufzustellen ist eine sehr vernünftige Herangehensweise, denn sie geben dem Hund Klarheit darüber, was zu tun ist. Eine solche Regel in Form eines Gebots erst dann implementieren zu wollen, wenn es die Situation unbedingt erforderlich macht, wird selten auf fruchtbaren Boden fallen. Das ist es aber, was Hundebesitzer gerne möchten. Der Hund soll in der jeweiligen Situation wissen, was zu tun ist ... und jetzt kommt der kritische Faktor ... ohne dass es mit ihm zuvor ausreichend geübt worden wäre. Häufig wird mir mitgeteilt, dass dem Hund eh gesagt würde, dass er auf die Decke gehen soll, aber er tut es nicht.

Vielleicht hast du noch eine Erinnerung daran, wie lange du das kleine Einmaleins üben musstest um keine Finger mehr zu Hilfe zu nehmen oder wie schwierig es war Schillers Bürgschaft auswendig zu lernen. Wenn dabei noch Ablenkungen im Spiel sind, wird es noch um ein Vielfaches schwieriger.

Faktoren, die den Schwierigkeitsgrad erhöhen oder senken, sind:

  • Zeitdauer der Ausführung
  • Räumlicher Abstand
  • Intensität der Ablenkung

Kaum ein Hundebesitzer hat eine Schwierigkeit damit, den Schwierigkeitsgrad für den Hund zu erhöhen. Jedoch besteht häufig großes Unverständnis darüber die Schwierigkeitsgrade für den Hund abzusenken. Jeder, absolut jeder Hund kann ein 'Sitz' ausführen, auch wenn es nur eine halbe Sekunde anhält. Genau diesen Moment gilt es einzufangen und in kleinsten Schritten auszubauen.

Es ist daher unabdingbar, dass zuerst in der einfachsten Trainingsumgebung geübt wird, nämlich zu Hause, denn wenn es schon in der einfachsten Lernumgebung nicht funktioniert den Hund ohne Anwesenheit fremder Menschen auf seine Decke zu schicken und er dort verbleibt, dann wir es beinahe unmöglich in deutlich schwierigeren Situationen Einfluss auf den Hund zu nehmen.

Als ich den Artikel zu schreiben begann, versammelten sich meine drei Hunde um mich herum zu meinen Füßen. Im Laufe des Schreibens schickte ich sie auf ihre etwa vier bis fünf Meter entfernten Bettchen und nahm mir vor, dass sie dort bis zum Ende meines Artikels verweilen sollen. Bisher musste ich nicht nachbessern. Ich weiß aber auch, dass sie das an diesem Ort zuverlässig können. Dennoch ist es sinnvoll dieses Können auch am Laufen zu halten. Das kleine Einmaleins brauchen wir alle immer wieder mal, daher können wir es auch heute noch. Es fällt uns nicht mehr auf, dass wir es bei jeder Anwendung üben und dadurch in unserem Gedächtnis behalten. Schillers Bürgschaft hingegen werden nur wenige noch vollständig parat haben.

In dem vorhin Erwähnten habe ich eine weitere Botschaft verpackt: Wenn ein Grundverständnis für eine Übung/Regel erreicht ist, dann kostet Hundetraining keine extra Zeit mehr, da es nebenher im Alltag passiert und dadurch am Laufen gehalten wird. Dazu muss man jedoch zuvor die manchmal durchaus mühevolle Knochenarbeit der basalsten Trainingsschritte erledigt haben. Die Früchte stehen anschließend sicher zur Ernte bereit.

Jetzt dürfen sich auch meine Hunde wieder dort hinlegen, wo sie möchten.

 

 

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